Warum eine HPV-Impfung wichtig ist

Nahezu jeder sexuell aktive Mensch infiziert sich mindestens einmal in seinem Leben mit Humanen Papillomviren (HPV). Warum eine Infektion besonders für Frauen gefährlich sein kann und warum eine Impfung gegen HPV auch für junge Männer empfehlenswert ist, erfahren Sie hier.

Eine Ansteckung mit HPV erfolgt in den meisten Fällen durch sexuelle Kontakte. Am häufigsten tritt eine Infektion mit den Humanen Papillomviren bei jungen Menschen im Alter von 25 Jahren auf. In der Regel verläuft sie ohne Symptome und heilt nach einiger Zeit von selbst aus. Nach rund anderthalb Jahren ist die Infektion nicht mehr nachweisbar. Doch in manchen Fällen gelingt es dem Körper nicht, die Viren abzuwehren.

Was passiert, wenn der Körper HPV nicht abwehren kann?

Wenn die körpereigenen Abwehrkräfte die Viren nicht abwehren können, bleibt die Infektion bestehen. In der Folge können bei manchen HPV-Typen sogenannte Feigwarzen entstehen. Diese kleinen, oft wenige Millimeter großen, Warzen treten bei einer Infektion meist im Genitalbereich auf. Schamlippen, Damm, Penis und die Leisten sind am häufigsten betroffen. Diese Zellveränderungen werden von Niedrigrisiko-HPV-Typen hervorgerufen. Doch von den rund 200 bekannten HPV-Typen gelten rund 15 als Hochrisiko-HPV-Typen, die Krebs hervorrufen können.

Warum HPV für Frauen besonders gefährlich ist

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erkranken in Deutschland jährlich rund 6.250 Frauen und rund 1.600 Männer an Krebs, der durch Humane Papillomviren hervorgerufen wurde. Bei Frauen ist die häufigste, durch eine HPV-Infektion resultierende, Krebserkrankung der Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). An dem Gebärmutterhalskrebs erkranken pro Jahr rund 4.600 Frauen und in dessen Folge sterben rund 1.500 Frauen. Laut WHO ist der Gebärmutterhalskrebs der weltweit vierthäufigste bösartige Tumor bei Frauen. Dabei wird der Gebärmutterhalskrebs fast ausschließlich durch eine HPV-Infektion verursacht. Bei Männern kann eine Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen zu Krebs im Mund- und Rachenbereich sowie an Anus und Penis führen. Einen wirksamen Schutz bietet nur eine HPV-Impfung.

HPV-Impfung für Mädchen und Jungen bietet Schutz

Eine Impfung gegen HPV schützt laut Robert Koch-Institut zu beinahe 100 % vor einer Infektion. Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit 2007 eine Impfung für Mädchen und seit 2018 auch für Jungen. Die 18-köpfige Expertengruppe legt Eltern nahe, ihre Kinder in einem Alter von 9 bis 14 Jahren – vor dem ersten sexuellen Kontakt – impfen zu lassen. Im Abstand von fünf Monaten erfolgen dann insgesamt zwei Impfungen. Ab einem Alter von 15 Jahren sind drei Impfungen notwendig.

HPV-Impfung: Welche Nebenwirkungen gibt es? Was kostet sie?

Die Impfung gegen HPV ist gut verträglich und sicher. Dennoch kann eine Impfung Rötungen, Schwellungen und Schmerzen hervorrufen. In wenigen Fällen treten nach der Impfung Kopf- oder Muskelschmerzen, Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel und Müdigkeit auf, die in der Regel von kurzer Dauer sind. Die Kosten für die Impfung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen und in den meisten Fällen die privaten Krankenkassen voll.

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