Wie Vitamin D unserem Körper & unserer Gesundheit hilft

In dem zweiten Beitrag unserer Reihe zu Vitamin D erklärt Tina Postma, wie sich ein guter Vitamin D-Spiegel auf die Gesundheit des Menschen auswirkt.

Vitamin D und Herzerkrankungen

Die Gefahren eines zu niedrigen Vitamin D-Spiegels im Zusammenhang mit Herzerkrankungen sind wohl dokumentiert. So befand eine Studie, dass das Herzinfarkt-Risiko erheblich steigt, wenn nicht genug Vitamin D im Körper vorhanden ist. Denn auch Herzmuskelzellen verfügen über Vitamin D Rezeptoren.

Nerven, Gehirn & psychische Gesundheit

Vitamin D besitzt eine große Bedeutung bei der Entwicklung des Nervensystems. So konnten in Studien die Vitamin D-Beteiligung an der Produktion von Wachstumshormonen, an der Reifung der Nervenzellen1,2 und an der Heilung der Nerven nach einer Verletzung3 nachgewiesen werden.

Eine Unterversorgung mit Vitamin D steht ebenfalls im Verdacht, schwerwiegende psychische und neurologische Erkrankungen zu begünstigen. Ärzte vermuten eine Verbindung zwischen einem Vitamin D-Mangel in den ersten Lebensjahren und dem Auftreten von Schizophrenie, Autismus und Epilepsie im späteren Leben.

Eine Metaanalyse aus 2017 zeigt, dass eine Vitamin D-Konzentrationen unter 10 ng/ml das Risiko einer Demenz bei Personen über 65 Jahren deutlich erhöht.7 Ebenfalls wurde herausgefunden, dass sich durch eine hochdosierte Vitamin D-Behandlung die Symptome der Parkinsonkrankheit und Alzheimer verringern lassen.8,9

Im Zusammenhang mit Krebserkrankungen

Die Analyse mehrerer Studien zeigt, dass das Risiko einer Krebserkrankung bei einer Vitamin D-Konzentration von mindestens 40 ng/ml abnimmt.1 In Labormodellen war Vitamin D3 in der Lage, die Metastasierung von Krebszellen zu unterbinden.2 Die Metastasenbildung bei Prostatakrebs, Hautkrebs, Brustkrebs und Lungenkrebs konnte deutlich reduziert werden.3,4,5,6

Ein guter Vitamin D-Spiegel hilft ebenfalls, das Risiko an einem Mammakarzinom zu erkranken deutlich zu verringern. Statistisch gesehen könnte man in sieben von zehn Fällen die häufigste Tumorart, an der Frauen erkranken, durch eine gute Vitamin-D- Versorgung verhindern. Denn Vitamin D bietet einen außergewöhnlichen Schutzfaktor bei bösartigen Tumoren.

Vitamin D und Multiple Sklerose

Mehrere Forschungsarbeiten zeigen ebenfalls einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einem Vitamin D3-Mangel in der frühen Kindheit und dem Ausbruch von Autoimmunkrankheit im späteren Leben.1,2,3 So konnten Wissenschaftler anhand von Tierversuchen nachweisen, dass die Gabe von Vitamin D die Folgen der multiplen Sklerose zum Teil rückgängig machen kann.

Mehrere Doppelblindstudien belegen, dass Vitamin D in einer Tagesdosis zwischen 10.000 und 40.000 IE in Kombination mit dem Medikament Interferonbeta einen mindernden und somit positiven Effekt auf die Anzahl der entzündlichen Herde im zentralen Nervensystem und die Häufigkeit der Krankheitsschübe hat.4,5,6

Vitamin D und das angeborene und erworbene Immunsystem

Eine gute Vitamin D-Versorgung unterstützt den Schutz vor Allergien und Autoimmunerkrankungen (M. Crohn, Diabetes Typ I und II, Rheuma, Hashimoto, etc.) und produziert körpereigene Antibiotika (antimikrobielle Peptide) sowohl gegen Bakterien (beispielsweise Tuberculose) als auch gegen Viren (beispielsweise Grippe). Vitamin D reguliert im Immunsystem viele einzelne Schritte und verstärkt, beziehungsweise verringert einzelne Abläufe und wirkt als Botenstoff (Redner) zwischen den einzelnen Immunzellen.

Zahlreiche Studien konnten inzwischen den Zusammenhang zwischen Atemwegsinfektionen und einem Vitamin D Mangel belegen. Ab einem Spiegel von 30 ng/ml kommt es wesentlich seltener zu Infekten der oberen Atemwege.1,2,3 Hier spielt Vitamin D3 eine entscheidende Rolle bei der Koordination der Immunantwort unseres Körpers. Ein Mangel an diesem lebenswichtigen Vitalstoff beeinträchtigt das Immunsystem und bewirkt einen verminderten Schutz gegenüber krankmachenden Viren und Bakterien.

In Bezug auf die Schwangerschaft

Dass eine gute Versorgung von Mutter und Fötus mit Vitamin D wichtig ist, schlussfolgerte auch das Team um Clemens Kunz vom Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Gießen. Die Forscher konnten die Vitamin D-Konzentration im Nabelschnurblut bestimmen: Hier waren in den Wintermonaten 94% der Kinder unterversorgt, in den Sommermonaten immerhin noch 35%.12

Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist wichtig für Mutter und Kind: Ein Mangel erhöht Kunz zufolge des Risikos von Schwangerschaftskomplikationen. Beim Neugeborenen könnte der Vitamin D Mangel zu Störungen des Knochenaufbaus, zu Lungenerkrankungen und ebenfalls zu einem Diabetes mellitus führen.13

Eine 2017 veröffentlichte Untersuchung10 erkannte bei rund 80% der untersuchten schwangeren Frauen einen Vitamin D-Mangel: Von 2007 bis 2010 führten Ärzte aus Katar eine Studie mit 97 schwangeren Frauen durch. Sie erhielten jede Woche 50.000 IE Vitamin D, das oral eingenommen wurde. Regelmäßige Kontrollen ergaben, dass die Blutkonzentration von 25 (OH) D danach sowohl bei den Schwangeren als auch bei den neugeborenen Kindern im Normalbereich lag.11

Im nächsten Beitrag beschäftigt sich Tina Postma genauer damit, wie unser Körper auf Vitamin D-Mangel reagiert und welche Probleme für unsere Gesundheit daraus resultieren können.

Unsere Beitragsreihe zu Vitamin D

Tina Postma ist Medizinische Fachangestellte und arbeitet seit 15 Jahren in den Uro Praxen. Hier finden Sie alle Beiträge zur Reihe über Vitamin D

  1. Was ist eigentlich Vitamin D?
  2. Wie Vitamin D unserem Körper & der Gesundheit hilft
  3. Was passiert bei Vitamin D-Mangel?
  4. Wie führe ich meinem Körper Vitamin D zu?

Quellen

  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7968379
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11893522
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3669361/
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9989763
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10969786
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15539405
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5237198/
  8. https://www,ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27987058
  9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29318446
  10. Gellert S et al: Arch Gynecol Obstet, Oktober 2017
  11. https://www.ncbi.nim.nih.gov/pmc/articles/PMC3991049
  12. https://www.uni-giessen.de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm94-13
  13. Wang L et al: Mata-Analyse ,2012
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