„Ich würde diesen Weg wieder gehen“

Björn P. Verdang ist seit 2018 Partner in den Uro Praxen. Der 41-jährige verrät im ersten Teil eines zweiteiligen Interviews, warum er Arzt werden wollte, warum er es bleiben wird und wofür eigentlich das „P.“ in seinem Namen steht.

Herr Verdang, warum sind Sie Arzt geworden?

„Weil es ein schöner und freier Beruf ist, in dem man sich sowohl selber verwirklichen kann als auch einen sinnvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten kann. Bereits in der Jugend stellte ich fest, dass es mir Freude bereitet, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und Ihnen Gutes zu tun. Mir gefällt die Flexibilität, der Abwechslungsreichtum und der tägliche Umgang mit den verschiedensten Menschen.

In einem Büro, nur vom PC und Papier umgeben, wäre ich nicht glücklich geworden. Zudem gefällt mir der handwerkliche Aspekt, ich kann mit meinen eigenen Händen etwas bewirken, das verschafft eine enorme Zufriedenheit.“

Welche Stationen haben Sie zur Ausbildung zum Arzt durchlaufen?

„Es begann 1999 mit der Ausbildung zum Krankenpfleger im Hermann-Josef-Krankenhaus Erkelenz, wo ich neben der Pflege und Betreuung kranker und alter Menschen auch bereits Einblicke in die ärztliche Tätigkeit der jeweiligen Abteilungen gewinnen konnte. Nach und nach reifte in mir der Entschluss, auch den Beruf des Arztes zu erlernen. Daher habe ich mich für das Medizinstudium an der RWTH Aachen eingeschrieben. An den Wochenenden und in den Semesterferien verrichtete ich bis zuletzt pflegerische Dienste in der Urologie, erst im Krankenhaus Nazareth in Immerath, und nach dem Umzug der urologischen Abteilung ins Haupthaus 2008 dann im Krankenhaus Erkelenz.

Nach dem medizinischen Staatsexamen wechselte ich dann für das sogenannte praktische Jahr aus Aachen nach Mönchengladbach in die Maria Hilf Kliniken. Dort absolvierte ich Einsätze in der Inneren Medizin, den verschiedenen chirurgischen Abteilungen des Hauses und zuletzt in der Urologie. Ich war hocherfreut, als der Direktor der urologischen Klinik, Professor Sperling, mir 2010 einen Dienstvertrag als Assistenzarzt anbot. Dort durchlief ich dann in den nächsten Jahren die Facharztausbildung zum Urologen. Im Sommer 2015 eröffnete sich dann die Möglichkeit, in eine Anstellung der Praxis Drs. Postma & Reuters zu wechseln. Nach einem persönlichen Kennenlernen der erfahrenen Kollegen und des motivierten Teams war ich überzeugt, dass auch ich dort gerne praktizieren würde. Anfang 2016 war ich nun also nicht mehr Klinikarzt, sondern ein Niedergelassener, und seit 2018 schließlich auch Teilhaber der Praxis.“

Warum haben Sie sich für die Urologie entschieden?

„Bereits während der Krankenpflegeausbildung haben mir die Einsätze in der urologischen Abteilung, damals noch im mittlerweile geschlossenen Haus Nazareth in Immerath, und nach dem Umzug im Haupthaus Hermann Josef Erkelenz, am meisten Freude bereitet. Insgesamt begeisterten mich die chirurgischen Disziplinen stets deutlich mehr als internistische, mir gefiel die konzentrierte Spannung im Operationssaal, der unmittelbare Effekt einer Behandlung, die postoperative Versorgung mit Verbänden, Drainagen, Wundpflege, die tägliche Arbeit und der körperliche Einsatz auf der Station.

In der urologischen Pflegestation waren damals dort mehrere Krankenpfleger beschäftigt, die nach Schließung der Zeche Sophia-Jacoba eine Umschulung vom Bergmann zum Pfleger absolviert hatten. Die Arbeit mit diesen ruhigen, fleißigen, bodenständigen und handfesten Kollegen hat mir gut gefallen. So gut, dass ich während des Studiums weiterhin gerne an den Wochenenden und in den Semesterferien dort Dienste verrichtet habe. Nach und nach erweiterte sich das Tätigkeitsspektrum dabei von dem pflegerischen hin zum ärztlichen Schwerpunkt.

Die Urologie als chirurgische Disziplin bietet die Möglichkeit einer manuellen Tätigkeit, in der man unmittelbare Erfolge mit der geleisteten Arbeit bewirken kann. Zugleich bestehen aber auch konservative, medikamentöse Seiten – Eine ausgewogene Mischung also. Die Patienten entstammen beiderlei Geschlechts und allen Altersstufen, das relative kleine Fach bietet also viel Abwechslung und kann sowohl in der Klinik als auch in der Praxis gut ausgeübt werden. Gerade für die Familienplanung war dieser Aspekt für mich wichtig.“

Was macht Ihnen an Ihrem Beruf am meisten Spaß?

„Die abwechslungsreiche Tätigkeit, das täglich Ungewisse. Das Wissen, den Menschen direkt und unmittelbar mit meiner Hände Arbeit helfen zu können. Ein freundliches Danke und das Wissen, etwas Gutes verrichtet zu haben, genügen dabei schon.

Des Weiteren ist das selbständige Arbeiten in der Niederlassung ist mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten verbunden. Neue Erkenntnisse und Anforderungen können flexibel in den Alltag umgesetzt und integriert werden, Arbeitsabläufe können weiter optimiert werden. Besonders spannend und herausfordernd ist jedoch auch der unternehmerische Aspekt, der über das rein Medizinische hinausgeht: Personalführung, Kostenplanung, Anschaffung neuer Geräte, wie z.B. eine weitgehend papierlose Verwaltung. Im Gegensatz zum recht starren und hierarchischen Ablauf einer großen Klinik, kann hier tatsächlich ein Miteinander aller Mitarbeitenden erfolgen.“

Was sind die Nachteile des Arztberufs?

„Diese Frage kann ich nur schwer beantworten. Ich habe die Entscheidung, Arzt zu werden, nicht bereut und würde diesen Weg auch wieder gehen. Etwaige Unannehmlichkeiten sind, so denke ich, nicht dem Arztberuf als solchem geschuldet, sondern der Vielzahl an Regularien und bürokratischen Erfordernissen und der mitunter schwierigen Vereinbarkeit von Beruf und Familie. So hat man als Klinikarzt regelmäßige Wochenend- und Nachtdienste, die gerne mal 24 Stunden und länger andauern können.“

Wofür steht eigentlich das „P“ in Björn P. Verdang?

„Mein zweiter Vorname lautet Peter und geht auf meinen Großvater Peter Josef Verdang zurück, der für mich als Kind sehr wichtig und ein großes Vorbild war. Mit ihm habe ich oft Stunden im Bastelraum verbracht, er hat Geschichten erzählt und dabei allerlei kleinere und größere Reparaturen erledigt. Häufig durfte ich ihm bei der Pflege des Obst- und Gemüsegartens helfen, und ich denke gerne an Ausflugsfahrten in seinem Auto zurück, übrigens ein weißer Mercedes W123.“

Im zweiten Teil erzählt Björn P. Verdang über seine Arbeit in den Uro Praxen und über seine Freizeitgestaltung.

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